Klaus Seipels Besuch in der alten Heimat im Juli 2019

Liebe Heimatfreunde der Grafschaft Glatz

Schön, dass uns wieder einige Nachgeborene u. auch „Nicht-Grafschaft Glatzer“ in unsere alte  Heimat begleitet haben. Gegen 19:30 Uhr waren wir in Bad Altheide u. wurden wie immer im Hotel Beata freundlichst empfangen.

Am Montag den 15.07.2019: Besuch der Heimatdörfer:

(Eckersdorf, Schlegel, Neurode, Ullersdorf, Hausdorf, Falkenbergg usw.)

Für diejenigen, die dort geboren, einige Jahre dort gelebt u. dann wie Vieh von Haus u. Hof gejagt wurden, war es kein leichter Tag, sich von der geliebten „Häämte“ zu verabschieden, da wurden viele Emotionen geweckt.

Die Schlegler waren mit 16 Personen inklusive Nachgeborene vertreten. Von der Schlegler Heimatgemeinschaft wurden 50 € an Herrn Pfarrer Czernal übergeben. Er wird am 13. September eine Messe für die verstorbenen Schlegler halten. 

Am Dienstag den 16.07.2019: Fahrt  zur Schneekoppe:

Von Petzer in Tschechien kommend, mussten wir leider ca. 2 Stunden anstehen bis wir die Gondeln erreicht hatten.

Oben wurden wir schon von der „Aahla Gaake“ erwartet u. bei bester Sicht u. Sonnenschein begrüßt. Sie hat sich sehr gefreut, dass endlich wieder einmal alte Bekannte da sind. Wenn Olaf Förster auf seiner Kornett in dem Schneegebirge in den Himmel posaunte, glaubten wir, dass das Riesengebirge u. Glatzergebirge  wieder zu uns gehört.

Am Abend waren wir in Albendorf in der Wallfahrtskirche, leider ist diese zur Zeit eine große Baustelle, so dass die Basilika auch nur zum Teil illuminiert wurde.

Am Mittwoch den 17.07.2019:  Heuscheuer u.  Bad-Kudowa:

Von der Wandergruppe, die die Felsen u. Hindernisse auf der Heuscheuer noch nicht kannten, meinten einige danach, dass wir unbedingt abnehmen müssten, sonst kämen wir beim nächsten mal nicht mehr durchs Nadelöhr. Beim traditionellen Grillabend hatte man an das Abnehmen schon nicht mehr gedacht. Leider hatte unser Jupp sein Akkordeon nicht mitgebracht u. so waren wir gezwungen, einige Wodkas mehr zu trinken. Mit Vorträgen u. Gedichten in schlesischer Mundart haben  alle den Abend gut überstanden.

Am Donnerstag den 18. 07.2019:  Zur freien Verfügung:

Einige haben die Heimatdörfer noch einmal besucht, oder den Tag in Bad-Altheide verbracht.

Am Freitag den 19.07.2019: Festung Silberberg u. Bad Reinerz:

Die  Festung  Silberberg wurde auf Anweisung von Friedrich der II. – der Große – von 1765 bis 1877 erbaut, sie gilt bis heute als eines der größten Bauwerke in ganz Europa. Im II. Weltkrieg wurde sie als Gefangenenlager genutzt.

Gut, dass wir mit einer kleinen Bahn bis zum Eingang der Festung gefahren wurden. Die Führung durch die Festungsanlagen ist schon etwas anstrengend.

Auf der Rückfahrt sind wir durch den schönen Kurpark von Bad Reinerz gewandert. Der Komponist Chopin war 1826 mit 16 Jahren zu einer Erholungskur dort.

Am Abend konnten wir unserem Hubert u. seinen Helfern, Karin Ilchner, Ingrid  Vogt, Herta Grote, unserem Musiker Jupp u. Fahrer Achim ein kleines Dankeschön für die vielen schönen Heimatreisen u. Schlesierabende übergeben.

Am Samstag den 20.07.2019: Maria Schnee u. Bad Landeck:

Schneewunder auf Maria Schnee  ! ?  Nach einer Überlieferung erlangte 1777 der erblindete Sohn Laurentius Franke sein Augenlicht dort wieder. 1781 bis 1782 wurde an der Stelle die erste kleine Holzkapelle gebaut. Zurzeit sind fast überall nur  Verbotsschilder angebracht. Ein Pfarrer läuft wie ein Wachhund dort auf u. ab. Wenn die Hose oder ein Kleid 5 cm zu kurz ist, darf  man noch nicht einmal aufs Kirchengrundstück. Am Klingelkorb ist natürlich kein Verbotsschild.

Vor einiger Zeit hatte ein Besucher seinen kleinen Hund in einer Einkaufstasche   versteckt mit in die Kirche genommen. Als der Pfarrer das bemerkte, hat er die  Person u. den kleinen Hund mit einem Elektroschocker bearbeitet.

Unten am Busparkplatz steht eine Infotafel mit div. Informationen vom 15. bis 19.  Jahrhundert u.a. steht dort ab 1945 wurde die Besiedlung der Kolonien abrupt unterbrochen. Eine Begründung, dass die Leute von dort vertrieben wurden, gibt es nicht.

Unsere polnische Reiseleiterin erzählt uns auch immer lieber vom 15. bis 18. Jahrhundert. Das Wort Vertreibung kommt nicht über ihre Lippen.

Es waren wieder sehr schöne Tage in unserer alten Häämte,  den letzten Abend haben wir in gemütlicher schlesischer Runde verbracht.

Am Sonntag den 21.07.2019, hat uns unser Fahrer Achim alle wieder sicher in unsere heutige Heimat gebracht.

Als langjähriger Heimatfreund wünsche ich euch allen eine gut Zeit, berichtet euren  Kindern u. Enkeln über unsere schöne Heimat u. bleibt Heimatfreunde.   

Klaus Seipel, August 2019