Die Melodie „Freut Euch des Lebens“ inspirierte den Bergmannsdichter Josef Taiber, geb. 1901 in Schlegel, zu dem Lied: „Schlegeler Belderboga“.

Nun haben viele ältere Heimatfreunde kein Internet, können den Text aber verstehen. Ganz einfache Lösung: Die nachfolgende Generation setzt sich gemeinsam mit den Älteren vor den Bildschirm und lässt es sich vorlesen bzw. übersetzen.

„Schlegeler Belderboga“

    Melodie:   Freut euch des Lebens  . . .  (von Josef Taiber)

1.

Alle:   Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht, pflücket die Rose, eh’ sie verblüht

Solo:  Kameroadschoftsgeist zieht dorch onser Gemiet

       drem senga mir jetz a´ Gemeinschaoftslied.

           Die Hämte liefert dan Text derzu

           drem sengt jeder kräftich, drem sengt jeder fruh.

2.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Em Schlegel do wohnt a gemietlicher Schlag

            ma frä’t sich on wenscht sich enn guda Tag.

            Doch trefft ma’ em Schlegel ach Leute oft

            wu äner dam andarn vergennt ne die Loft.

3.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Ma sit aach em Dorfe gor wonderschien

            Geschäfte on recht nette Goasthäuser stiehn,

            Doch fre’t ma´: Wie giht denn dos Geschäfte do?

            Do klä’t ma daos Bloe vom Himmel rao’.

4.

Alle:    Freut euch des Lebens  . . .

Solo:    Die Landwertschoft is’ ach em  Schlegel recht gruß,

             doch met der Feldarbt is jetz noch nischt lus.

             ´ne Päuern, die mänte, ´s werd heuer sehr spet,

             mei´ Aler is´ desholb dauernd verdreht.

5.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Viel Kohle vom Schlegel kemmt jetz zom Versand,

            doas schofft recht eifrig der Bergmannsstand.

            On ei dam Eifer ganz gewieß,

            vergoaß ma´, doß zu Ustarn Feiertag is´.

6.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Aach sonst hot´s noch moncherlä Industrie.

            Em Stänbruche ballert ma´zeitig schon früh.

            On Brecher moala met Kräfta stark,

            hon dart schon gefrassa a ganz Stecke vom Barg.

7.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Mir Schlegler leida gewieß käne Nut,

            sechs Bäcker sorga fier ´s tägliche Brut.

            Aach and´res Gebacknes met gudem Geruch,

            doch monches hängt jetz a beßla sehr huch.  

8.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Sehr gruß is em Dorfe ´s Gemändehaus,

            dart gihn viel nei on dart komma viel raus.

            Moncher is´traurig on momcher begleckt,

            doch of die Steuarn is käner verreckt.

9.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Die Kroatzbeere macht onserm Dorfe viel Ehr´

            on zieht halt nooch emmer dan Fremdenverkehr.

            Doch monchem derbei schon die Nose toat gliehn,

            soach dann of vier Meter ken´n Mebelwä´n stihn.

10.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Der Kerchlabarg, dar aach zu Schlegel gehert,

           dar wird als Wanderziel sehr verehrt.

           Die Bänklan om Wäge, die loada stets ei´ 

           zom Ausruhn, zom Plaudan on sonst moncherlei.

11.

Alle:   Freut eich des Lebens  . . .

Solo:  ´ne Feuerwehr hon mir stets marschbereit,

            modern ausgerest´, die giht met der Zeit.

            on hots nischt zu lescha ei Hof, Flur on Forscht,

            do lescht ma´ metonder dan eigena Dorscht.

12.

Alle:   Freut euch des Lebens  . . .

Solo:   Die Schnielieferanten wor´n heuer sehr schorf,

            sehr oft raste der Schnieflug dorchs Dorf.

            On moncher Schlegler dan Schoda besoch,

            wenn wieder ´ne Plautze vir der Haustire loch.

Überarbeitet von Erhard Kintscher