Positiver Bericht der Schlegelerin Christine Hasler über die Deutsche Bundesbahn(eher eines Mitarbeiters), die mit Ihrer Hartnäckigkeit einen kaum zu glaubenden Erfolg hatte.

 

Unser Heimatfreund und hochverdienter Peter Großpietsch(Verleger „Grafschafter Bote“) war – für uns ein Schock – seinem Leiden erlegen. Wir hatten es eher auf Umwegen erfahren, aber auch eine Kopie der in der FAZ erschienenen Anzeige bekommen. Für uns stand fest, dass wir ihm selbstverständlich die letzte Ehre erweisen.

Zugverbindungen von Wolfsburg nach Osnabrück sind normalerweise durchgehend und flott, zu der Zeit aber ausnahmsweise (wohl wegen Bauarbeiten) mit einmaligem Umsteigen verbunden. Zeitlich hätte es, wenn auch etwas knapp, mit der morgendlichen Verbindung auch zum Requiem gepasst.

Also Fahrkarten gebucht. Der Morgen kam und sicherheitshalber schaute mein Mann Rudolf Schwarz noch einmal ins Internet und erfuhr – IC aus Berlin 45 Minuten Verspätung, der Anschluss in Hannover wäre weggewesen. Beratung über „ Was tun ?“ und weitere Möglichkeiten, wurden erkundet. Schließlich der Entschluss – wir nehmen den verspäteten IC und erkundigen uns in Hannover, wie es weitergehen könnte.Inzwischen betrug die Verspätung jedoch 55 Minuten, ein eventueller langsamerer Anschluss auch weg.

In Hannover ging ich schließlich – schon sichtlich entnervt – zu einem Info – Schalter in der Bahnhofshalle. Die nächste Verbindung nach Osnabrück war jedoch so spät, dass auch die Teilnahme an der Beisetzung selbst nicht mehr zu schaffen gewesen wäre.  Mein Zorn hatte inzwischen um einige Grad zugenommen. Ich sagte dem Bahnbeamten wütend: „Und wir verpassen eine wichtige Beerdigung!“  Der DB – Mitarbeiter hatte inzwischen mehrmals zum Telefon gegriffen, mit wem er sprach, konnten wir nicht hören.

Schließlich kam er zurück und murmelte etwas von „Einladung vom Pfarrer.“  Nun, zu Beerdigungen bekommt man ja gewöhnlich keine Einladungen, aber wir hatten ja die eindrucksvolle Anzeige aus der FAZ dabei.  „Wann ist die Beerdigung?“ wollte er wissen. Wir: “Um 11.30 Uhr.“

Da führte er uns umgehend durch eine Tür nach draußen zu einem Taxi. Der Fahrer bekam ein Papier in die Hand und fuhr uns – Gottseidank ohne Stau – von Hannover nach Osnabrück vor den Friedhof, den wir eine Viertelstunde vor der Beisetzung erreichten. So hatten wir zwar das Requiem verpasst, konnten unserem Peter Großpietsch aber noch die Ehre auf seinem letzten irdischen Weg erweisen.    Bei dem Traueressen im Anschluss stießen wir auch auf unsere Schlegeler Verwandten (Simon) und unseren Vorsitzenden Horst Gebauer, der sich diese Geschichte von uns erbat.

Herzliche Grüße

Christine Hasler