Ein in Schlegel geborener Künstler gestaltete u.a. im Auftrag von König Ludwig ll. Gemälde auf Schloss Neuschwanstein.

Neuschwanstein-Lohengrin-01-Das-Wunder-des-Grals-Lohengrin-wird-erwählt 

 

 

 

 

 

Neuschwanstein-Lohengrin-02-Abreise-des-Schwanenritters-von-der-Gralsburg

Neuschwanstein-Lohengrin-05-Lohengrins-Kampf-gegen-Telramund-1Neuschwanstein-Lohengrin-06-Lohengrin-und-Elsa-mit-ihren-KindernNeuschwanstein-Lohengrin-07-Lohengrins-Abschied-und-Rückfahrt-zur-Gralsburg

Neuschwanstein-Lohengrin-03-Die-Ankunft-des-Schwanenritters-in-Worms

Das Gralswunder, Lohengrins Entsendung – Lohengrin-Zyklus in der Wohnung Neuschwansteins

Neuschwanstein-Lohengrin-04-Die-Klage-Elsas

Das Gralswunder, Lohengrins Entsendung – Lohengrin-Zyklus in der Wohnung Neuschwansteins


 

                                                                               

Ein (fast) vergessener Grafschafter Maler:

   Prof. Wilhelm Hauschild – ein gebürtiger Schlegeler.

Josef Wittig, Theologe, Schriftsteller und Chronist der Gemeinde Schlegel, reiht Wilhelm (Ernst Ferd. Franz) Hauschild in den Kreis „Junge(r) Künstler aus Schlegel“ ein, dessen Malkunst weit über die Grenze der Grafschaft Glatz hinaus bekannt wurde. Walter Peschel, Baumeister in Nürnberg, würdigt den Maler in einem bemerkenswerten „Beitrag zur Heimatgeschichte“ des Dorfes Schlegel. Und Karl Schindler nennt Hauschild einen „großen Grafschafte(r)“. Er entdeckte den Maler (wieder) im Oktober 1968 in der Ausstellung „König Ludwig II. und die Kunst“ in München; im Katalog werde Hauschild „als erster unter der Elite der Künstler“ genannt. Auch ein aktuelles Bild- und Textdokument im Internet bildet Leben und Werk des Grafschafter Malers (verkürzt) ab; leider leicht fehlerhaft. Ergänzt wird hier, dass im Münchener Stadtteil Forsterried eine Straße nach Wilhelm Hauschild benannt wurde.

Am 16. November 1827 wird er in Schlegel bei Neurode geboren. Seine Eltern sind arme Weber. Nach Abschluss der Volksschule geht Wilhelm Hauschild bei dem Dekorationsmaler Krachwitz in Frankenstein am Ostrand des Eulengebirges in die Lehre. Als 17-Jähriger begibt er sich auf Wanderschaft und begegnet im Chiemgau dem Historienmaler Joseph Holzmaier, der den Webersohn motiviert, 1848 nach München zu gehen. Hier erkennt Joseph Schlotthauer, auch Maler von Geschichtsbildern, die Begabung des jungen Hauschilds, fördert ihn und bereitet ihn für das Studium an der Königlichen Kunstakademie vor, die er acht Jahre  lang besucht. Bei Prof. Philipp von Foltz lernt Hauschild die „hohe“ Malkunst.

Während seiner Ferien kehrt Wilhelm Hauschild oft mit Alois Richter, einem in Schlegel gebürtigen Malerfreund, in sein Heimatdorf zurück. 1849 schmücken beide die Kuppel der Bergkapelle mit Fresken. Längst in München etabliert, malt Hauschild 1868 bis 1870 die 16 Kreuzwegstationen auf dem „Kirchelberg“ neu und schenkt sie der Heimatgemeinde, die diesem Kunstwerk aber wenig Bedeutung schenkt.

 

 

 

Wie angedeutet, läßt sich Wilhelm Hauschild nach einem kurzen Aufenthalt in Paris in München nieder und zieht die Aufmerksamkeit Friedrich Wilhelms IV. (1840 – 1861) auf sich; der berühmte Hofmaler Wilhelm von Kaulbach, welcher effektvolle Decken- und Wandgemälde schuf, hatte ihm den jungen talentierten Mann empfohlen. Das Gemälde „Moses richtet die eherne Schlange auf“ öffnet Hauschild das Tor zu weiteren Aufträgen. Bald fällt der Maler auch Maximilian II. (1848 – 1864; Vater von Ludwig II.) auf. Er zieht Hauschild zur Ausstattung des alten Nationalmuseums heran. Es entstehen hier acht große Fresken mit Namen wie „Max Emanuel v. Bayern vor Belgrad“ und „Karl XII. vor Pultawa“. Diese Geschichtsbilder fördern Hauschilds Ansehen beim bayerischen Königshaus. Sein späterer Gönner, Ludwig II. (1864 – 1886) beauftragt den Schlegeler Maler, in den Schlössern Linderhof, Berg, Herrenchiemsee und Neuschwanstein z.T. imposante Deckengemälde anzufertigen. Ein berühmtes und wohl noch oft bestauntes Bild befindet sich auf der einzigartigen Insel „Herrenchiemsee“ und heißt: „Triumpf des Bacchus und der Ceres.“ Das farbenfrohe Aquarell von der Größe 99,5 x 65,1 cm stammt aus den Jahren 1880/82. Das Gemälde entdeckt der Besucher beim Rundgang durch den Schloßbau (1878 – 1885) im ersten Vorzimmer. Manche Grafschafter Landsleute dürften das Aquarellbild schon bewundert haben, ohne sich an den Namen Wilhelm Hauschild zu erinnern. Walter Peschel beschreibt das genannte Kunstwerk so: „Bacchus, der römische Gott des Weines und der Lebensfreude, und Ceres, die segenspendende Göttin des Ackerbaues, schreiten – ein Füllhorn von Früchten und saftgeschwellten Trauben des Weines in den Händen tragend – auf Wolken zur Erde herb, um den Menschen diese köstlichen Geschenke zu bringen.“ Der Originalentwurf zu diesem Deckengemälde befindet sich im König-Ludwig-Museum, und zwar im gleichen Gebäude (im gleichen Gebäude wie was ???). (…) Für das Paradieszimmer entwirft Wilhelm Hauschild die figürlichen Zeichnungen für die Stickereien. In der großen Spiegelgalerie beteiligt er sich an den eindrucksvollen Deckenbildern. Und im Schlafzimmer König Ludwigs II. steht ein kostbarer Betstuhl mit einem gestickten Hubertusbild, dessen Entwurf von Hauschild stammt; das Werk bildet eine Jagdszene des Hl. Bischof von Tongern-Maastricht ab.

Aufmerksamkeit gilt dem Thronsaal im Schloß „Neuschwanstein“ bei Füssen; 1868 bis 1886 erbaut. Hier malt Wilhelm Hauschild mehrere Fresken wie z.B. das bekannte „Gralswunder“. Andere Deckengemälde zeigen „heiliggesprochene“ Könige, „an der Spitze der heilige Ludwig“ (K.Schindler). – Bewunderung genießt der sogenannte „Puttenschlitten“ mit Malereien des gebürtigen Schlegelers; ungewiß ist, ob sich dieser Kunstgegenstand noch im Marstallmuseum in Nympfenburg, einer der größten Schloßanlagen der Barockzeit im Westen Münchens, befindet.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, daß Ludwig II., der „Märchenkönig“, Wilhelm Hauschild 1879 den Titel eines königlichen Akademieprofessors verleiht. Für seine Leistungen erhält der Künstler zuvor die „Goldene Medaille“ für Kunst und Wissenschaft.

 

 

Literatur beim Autor: Horst Stephan